Vegan und bezahlbar: Taschen ohne Tierleid

Meine liebste Handtasche, eine wahrhaft treue Begleiterin über etliche Jahre, hat vor wenigen Wochen irreparabel das Zeitliche gesegnet. Für mein Alter und mein Geschlecht habe ich vergleichsweise sehr wenige Handtaschen und ich habe mir auch nie allzu viel daraus gemacht. Jetzt war ich gezwungen, mich nach einer hübschen und grünen Alternative umzuschauen. Leder kam für mich nicht in Frage, genausowenig Massenproduktionen mit ausbeuterischem Hintergrund.

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Auf meiner Reise im World Wide Web habe ich einige tolle und vegane Handtaschen-Manufakturen entdeckt, die ich so spannend fand, dass ich meine drei größten Marken-Entdeckungen hier kurz vorstellen möchte.

Matt & Nat – Matt(erial) & Nat(ure) wurde 1995 in Montreal mattnatttaschgegründet. Nach dem Motto „Live Beautifully“ fertigt das Label Taschen und Accessoires unter den Gesichtspunkten von Humanität, sozialer Verantwortung, Umweltbewusstsein und Eleganz. Das Label verzichtet von Anfang an auf Leder und tierische Produkte. Stattdessen kommen sehr viele recycelte Materialien wie Nylon, Gummi, Kork und alte Fahrradreifen zum Einsatz. Seit 2007 besteht das Innenfutter der Taschen zu 100 % aus recycelten Plastikflaschen!
Oben links seht Ihr übrigens meine Tasche – zumindest vom Modell her. Das Modell heißt „Gil“ und kostet regulär 90 €. Meine Gil hat knapp 50 € im Sale gekostet und hat die Farbe „Champagne“.

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Denise Roobol – Denise Roobols Label stammt aus Rotterdam. Ihre Handtaschen sind puristisch und elegant – und komplett vegan. Mir gefallen die pastelligen Farbtöne besonders gut. Und sind das nicht richtig geniale Schlüsselanhänger? Ich habe gelesen, dass man das Mini-Täschchen sogar öffnen kann. Der ideale Platz für Einkaufschips! Das Label ist übrigens „Peta-approved“.
Auf Slowfashion-Blogs scheinen besonders die Bucket Bag (ganz rechts, 150 €) und die Cruise Bag (oben links, 120 €) der Renner.

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Wilby – Made in England: Gegründet 2003 hat sich das Label englischem Stil und veganem Standard verschrieben. Alle Taschen sind dazu noch umweltfreundlich und mit nachhaltigen Materialien hergestellt, beispielsweise Biobaumwolle, Leinen und Kork. Ist das Dunkelrot des Shoppers unten links nicht wunderbar herbstlich? Wilby ist übrigens auch „Peta-approved“.

Wie gefallen Euch die Taschen? Achtet Ihr auf einen lederfreien Lebensstil?

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14 Gedanken zu “Vegan und bezahlbar: Taschen ohne Tierleid

  1. Ich verzichte, wenn möglich, auf Leder. Ich muss aber zugeben, dass es mir leider (noch?) nicht komplett gelingt.
    So habe ich mir beispielsweise letztens neue Stiefeletten aus Leder gekauft. Warum? Weil ich dringend welche brauchte und ich die vegangen Stiefeletten (die ich zumindest gefunden habe) – sorry – potthässlich fand. Sie entsprachen überhaupt nicht meinem Stil und ich hätte mich darin nicht wohlgefühlt.

    Bei Taschen verhält es sich ein bisschen anders. Letztens habe ich mir eine von Fritzi aus Preußen gekauft, für die Arbeit. Sie war im Sale und ist vegan. Aber nicht nachhaltig. Aber immerhin ohne Leder. Dann habe ich zwei Taschen von beliya, die ich sehr liebe. Beide aus Leder, jedoch wiederverwertet und generell ist beliya ein sehr nachhaltiges Label, was mir gut gefällt. Eine „normale“ Ledertasche kommt für mich absolut nicht mehr in Frage.

    Dann habe ich gestern endlich einen neuen Mantel gefunden, was ein Krampf war. Leider hat er kleine Schlaufen aus Leder … habe ihn dennoch behalten. Weil die Öko-Winterjacken und -mäntel gefallen / passen mir entweder nicht oder sind, leider, zu teuer.

    Aber: Ich vermeide Leder, wenn immer dies möglich ist. Vor ein paar Tagen brauchte ich zB neue Trainingshandschuhe und habe mir die aus Textil und Lederimitat anstatt aus Leder bestellt 😉

    Ich finde, man muss nicht immer alles zu 100 % machen. Manchmal geht es auch einfach nicht, jeder ist eben auch anders. Aber ich finde grundsätzlich jeder Schritt in die richtige Richtung, sei er auch noch so klein, ist wertvoll.

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    • Ich kann Dich voll und ganz verstehen und bin da in vielerlei Hinsicht genauso: Winterstiefel – eine Katastrophe! Meine derzeitigen Stiefel sind auch aus Leder, einfach aus Mangel an Alternative. Immerhin trage ich die Stiefel dann mehrere Jahre und besitze auch nur ein bis zwei Paar. So muss ich nicht jedes Jahr welche kaufen. Meine derzeitigen sind schon drei Jahre alt.
      beliya ist ja eine spannende Marke! Die kannte ich noch gar nicht. Die Upcycling-Idee gefällt mir richtig gut!
      Ich habe auch einen Shopper, der aus Canvas/PVC ist, aber Lederriemchen hat.
      Zu 100% bin ich auch nicht umgestellt und werde – beispielsweise bei diesem Shopper – auch mal schwach. Dafür habe ich weniger Dinge und diese fallen nicht dem Wegwerfkonsum zum Opfer, sondern werden über mehrere Jahre aufgetragen.
      Liebe Grüße!

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  2. Ja, ich trage kein Leder, deshalb kommt mir der Artikel sehr recht! Im Gegensatz zu anderen Frauen, hasse ich es Schuhe zu kaufen, aber so eine Tasche geht immer ;). Ich besitze allerdings kaum richtige Handtaschen; ich mag’s praktisch: Shopper, Messengerbag, kleine Umhängetaschen…

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    • Schuhe zu kaufen ist bei mir auch problematisch. Ich bin da einfach zu ungeduldig 😀 Welche lederfreien Schuhmarken kannst Du denn empfehlen? Gerade im Winter habe ich da so meine Probleme.
      Liebe Grüße!

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  3. Von Matt & Nat habe ich schon einiges gehört und mir gefallen die Taschen wirklich gut. Ich trage aber auch gerne echte Ledertaschen und bin gerade auf der Suche nach einer Variante, die pflanzlich gegerbt wurde. Das ist gar nicht so leicht bzw. kann man schnell mehrere hundert Euro loswerden. LG

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    • Ich habe früher auch Leder getragen, seien es Schuhe oder Taschen. Aber inzwischen sieht das künstliche Leder so echt und hochwertig aus, dass ich eigentlich gar nicht mehr auf richtiges Leder zurückgreifen muss – zumindest bei Taschen. Bei Schuhen habe ich auch noch so meine Probleme…
      Das habe ich auch schon gehört, dass pflanzlich gegerbtes Leder sehr teuer verkauft wird…
      Liebe Grüße!

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  4. Liebe Nessie,
    Mat & Nat kenne ich vom Sehen auch schon und werde mich da mal umsehen (: . Ledertaschen mussten bei mir noch nie sein, einerseits hatte ich noch nie Gefallen daran mir „Tierleid“ umzuhängen, andererseits hatte ich als Schülerin/Studentin auch nicht das Budget für echtes Leder. Da war mir Masse immer lieber, sodass ich schon seit Ewigkeiten keine Tasche mehr gekauft habe, weil ich noch sehr viele von früher habe. Bei Schuhen findet man allerdings selten vegane..das Angebot ist da noch sehr klein, gerade bei Stiefeln, sodass ich da auch noch Lederschuhe trage, mir aber bewusst keine kaufen würde, nur weil sie aus Leder sind. Oftmals ist ja noch der Glaube weit verbreitet, dass nur Schuhe und Taschen aus Echtleder etwas taugen.
    Danke für die schönen Anregungen und liebe Grüße (: .

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    • Liebe Theresa,
      bei Taschen sehe ich genau wie Du auch kein Problem, auf Leder zu verzichten. Das Angebot ist groß und lederfreie Materialien können sehr hochwertig sein.
      Bei Schuhen habe ich auch Probleme, auf Leder zu verzichten. Besonders bei Winterstiefeln. Hierbei kaufe ich dann lieber hochwertige aus Leder, die dann aber auch mehrere Jahre halten.
      Liebe Grüße!

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  5. Liebe Nessie,

    Ich habe dank deines Artikels eine neue Tasche und einen neuen Geldbeutel bei matt and nat gekauft und bin total zufrieden! Die Auswahl ist riesig und die Stile wirklich toll modern. Ich wollte erst noch einige andere Taschen ‚auftragen‘ , hatte aber deinen Post hier im Hinterkopf.
    Ich verzichte schon lange auf Leder bei Taschen, musste aber bislang schon feststellen, dass Kunstleder einfach schneller kaputt geht als Leder, wenn man nicht ordentlich Geld investiert. Das hat mich immer geärgert. Hoffentlich lohnt sich dann also die Investition!
    Bei Schuhen habe ich es sich versucht, aber ich muss Einlagen tragen und brauche deswegen Schuhe mit entfernbarer Innensohle, da hab ich einfach nichts gefunden. Seitdem investiere ich stattdessen in hochwertige Schuhe aus europäischer Produktion, die halten bei mir dann auch mehr als fünf Jahre (bislang – sie sehen aber noch so gut aus dass ich schätze, locker das doppelte zu schaffen) ohne viel Aufwand außer mal neu besohlen lassen. Das ist für mich momentan der beste Weg , aber ich gebe die Suche nach veganen Schuhen trotzdem nicht auf.

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